Präambel

Die Geschichte der Uhrmacherei bei den Eidgenossen begann in Genf so um die Mitte des 16.Jahrhunderts, hervorgerufen hauptsächlich durch die ausgewanderten Hugenotten aus Frankreich. Ihr Erfolg ist begründet durch die sehr effektive Arbeitsteilung; es gab Gehäusebauer, Rohwerkehersteller und wieder ein anderer hatte sich nur auf die Fertigstellung der Uhren spezialisiert.

Um 1700 begann das erfolgreiche Genfer System sich langsam auch im schweizer Umland auszubreiten, wie beispielsweise in La Chaux-de-Fonds und Le Locle. Es fiel bei der armen, abgeschiedenen ländlichen Region auf fruchtbaren Boden und dehnte sich im 19.Jahrhundert auf das gesammte schweizer Jura aus. Bis heute werden Uhren aus der Schweiz (dank ihres Qualitätssymbols "swiss made") in alle Welt exportiert.

Und - etwas sollte der Uhrensammler niemals vergessen - das "Vallée de Joux" mit den umliegenden Orten Brassus, Le Sentier, L´Abbaye usw. ist die "heilige Erde" der Uhrmacherei, hier haben die Pioniere die besten und feinsten und kompliziertesten Taschenuhren der Welt hergestellt, hier lebten Aubert, Meylan, Audemars, LeCoultre, Piquet und andere höchst qualifizierte Uhrmacher auf engstem Raum seit Generationen zusammen.

Als Kinder dieser Region wussten sie auf den einzigartigen Lebens- und Arbeitsethos ihrer protestantischen Mitbewohner zu zählen. In der monatelangen, winterlichen Isolation von der Außenwelt kam dem Zusammenhalt der Gemeinschaft besondere Bedeutung zu, Gesten und Worte wurden sparsam, aber treffend eingesetzt. Und Fleiß galt nicht nur als Tugend, sondern als Ausdruck höchster Gottesfurcht.

Auch dafür sollte mal eine Lanze gebrochen werden.


schöne Savonnette im Tulasilber-Gehäuse

wunderbar erhaltenes 800er Silbergehäuse mit schwarzen Niello-Einlagen; die Niello-Einlagen zeigen stilisierte Weizenähren mit Stengeln (man sieht schon fast das fertige Brot) und sind top erhalten; Gehäuse auch am Rand fein verziert; Sprungdeckelfunktion einwandfrei; Staubdeckel ebenfalls silber mit Medaillen- und Herkunftsgravuren; Emaille-Ziffernblatt mit vertiefter Mitte und vertieftem Sekundenbereich, rißfrei; originale Louis-XV-Zeiger; Zeigerverstellung über Schieber am Lünettenrand bei der vier

sehr schönes, körnig vergoldetes Werk mit fein gekröpften Kloben; insgesamt 15 Rubine; seinerzeit hochmoderner, monometallischer Unruhereif mit Regulageschrauben aus Rotgold; Unruhewelle unter Decksteinen; schweizer Ankerhemmung mit offenen Rubinpaletten; Breguet-Spirale mit Endkurve

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Durchmesser 50mm; hergestellt um 1915

Preis: 350,00 Euro


Niello: Eine seit der Antike bekannte Ziertechnik in der Goldschmiedekunst. Dunkle Schwermetallsulfide werden als Farbkontrast auf ein graviertes oder ziseliertes Trägermaterial aus Edelmetall aufgetragen und eingeschmolzen. Anschließend wird die Oberfläche wieder glattpoliert. Im Jugendstil und im Art-Deco sehr beliebt bei Taschenuhrengehäusen. In der russischen Stadt TULA wurde diese Technik zu Beginn des 20ten Jahrhunderts häufig angewandt, daher der Name "Tulasilber".


wunderbare Taschenuhr "Longines" mit Präzisionswerk

im einwandfrei erhaltenem, schweren Silbergehäuse; Staubdeckel ebenfalls in silber; perfekt erhaltenes Emaille-Ziffernblatt mit vertiefter Sekunde und seltenem, radialen Ziffernkreis - natürlich wie immer mit sog. "Smiley-Effekt" (Tendenz im Uhrenhandel, die Uhr mit der Zeigerstellung 10:10 Uhr oder 13:50 Uhr anzubieten oder zu photographieren, um die Uhr 'symphatisch' erscheinen zu lassen); original Spatenzeiger; Zeigerverstellung über Drücker am Außenrand bei der eins

makelos erhaltenes Werk mit körniger Vergoldung und schön gekröpften Kloben; schweizer Kolbenzahn-Ankerhemmung mit Rubinen in den Ankerklauen; Anker und Ankerrad aus hochglanzpoliertem Stahl; aufgeschnittener Kompensations-Unruhereif mit Regulageschrauben aus Rotgold; blaue Breguet-Spirale mit Phillips-Endkurve; Schwanenhals-Feinregulage; Unruhewelle unter Decksteinen, insgesamt 15 Rubine; alle Stahlteile wie Aufzugsräder, Federn etc. spiegelpoliert, was die feinste aller Polituren ist

einziges Minimalmanko: der hintere Deckel ist in der Mitte an 2 Stellen (ca. 3mm) wohl wegen einer Delle mit Silber gelötet worden; ist aber sauber auspoliert worden und auf den Bildern deswegen auch fast nicht sichtbar

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Durchmesser 51mm, hergestellt um 1910

Preis: 390,00 Euro

verkauft


perfekt erhaltene Präzisionsuhr von "Henry Grandjean" aus Genf

eine phantastisch erhaltene Taschenuhr des berühmten Chronometerbauers Hy. Grandjean, der übrigens zusammen mit Ulysse Nardin und L. Jean-Richard die schweizer Chronometer-Industrie gründete (Literatur vgl. Kathleen Pritchard "Swiss-Timepiece-Makers", dort kann man nicht umsonst seitenlang über diese Firma nachlesen)

makeloses, stahlbrüniertes Gehäuse; kontrastreich farblich abgesetzt die Goldkrone, der Goldbügel und die Goldlippe; Bügel und Scharniere noch schön stramm; einwandfrei erhaltenes, vergoldetes Metall-Ziffernblatt; stahlgebläute original Spatenzeiger; Zeigerverstellung durch Ziehen an der Krone

feinstes, mit Genfer Streifen versehenes Werk mit insgesamt 16 Rubinen; in 3 Lagen feinjustiert; Schwanenhals-Feinregulage; spiegelpolierter Stahlanker mit offenen Rubinpaletten; Kompensations-Unruhereif mit feinen Gold-Regulierschrauben; schöne, sichtbare Perlierung unter dem Unruhereif; Unruhewelle unter Decksteinen; blaue Breguet-Spirale mit Endkurve; alle Stahlteile spiegelpoliert; alle Kanten - auch der Kloben und Brücken - feinst angliert

Ziffernblatt und Werk signiert mit "Hry Grandjean & Cie, Genève"; insgesamt ein sehr seltenes Sammlerstück

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Durchmesser 47mm; hergestellt um 1915

Preis: 595,00 Euro


>> In der jetzigen Zeit ist es mal was Neues beim Alten zu bleiben. << (Wilhelm Raabe)


alltagstaugliche Savonnette "Audemars frères" aus Genève & Brassus

Sprungdeckelgehäuse aus 800er Silber; Sprungdeckelfunktion okay; perfekt erhaltenes, dreiteiliges Ziffernblatt; fein verzierte Louis-XV-Zeiger; Zeigerverstellung durch Ziehen an der Krone; Staubdeckel ebenfalls silber mit Medaillen- u. Herkunftsgravuren; Sprungdeckel mit freiem Monogrammfeld

Gehäuse, Staubdeckel, Ziffernblatt und Werk signiert "Audemars frères, Genève & Brassus"

phantastisch erhaltenes Werk einer hochrangigen Manufaktur; Vergoldung einwandfrei; schweizer Kolbenzahn-Ankerhemmung mit offenen Rubinpaletten; schwerer Kompensations-Unruhereif mit Regulageschrauben aus Rotgold; Unruhewelle unter Decksteinen; blaue Breguet-Spirale mit Phillips-Endkurve; Schwanenhals-Feinregulage; insgesamt 15 Rubine der 1. Qualität; alle Stahlteile wunderbar spiegelpoliert und ohne Rostansatz; die Aufzugsräder teils spiegelpoliert u. teils mattiert

das Gehäuse hat ein paar Gebrauchsspuren wie textile Bereibung und zarte Dellchen an den Deckeln, es ist aber aus schwerem , dicken Silber und zeigt genauso wie das Werk wo es her kommt - nämlich aus einer der 10 besten Manufakturen der Schweiz

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Durchmesser 52mm; hergestellt um 1910

Preis: 495,00 Euro


>> Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei. << (George Orwell)


sehr feine Taschenuhr "Audemars frères" aus Genf

im schweren, dickwandigem 800er Silbergehäuse; keine Dellen oder sonstige Macken; Staubdeckel ebenfalls silber mit Medaillen- u. Herkunftsgravuren; hinterer Deckel mit freiem Monogrammfeld; makelloses, dreiteiliges Emaille-Ziffernblatt - und sehen Sie sich bitte die wunderschönen Zahlen genau an; perfekt erhaltene Louis-XV-Zeiger; Zeigerverstellung durch Ziehen an der Krone

Ziffernblatt, Staubdeckel, Gehäuse und Werk signiert mit "Audemars frères"

perfekt erhaltenes Werk mit tadelloser Vergoldung; schweizer Kolbenzahn-Ankerhemmung mit offenen Rubinpaletten; schwerer Kompensations-Unruhereif mit Regulageschrauben aus Rotgold; Unruhewelle unter Decksteinen; blaue Breguet-Spirale mit Phillips-Endkurve; Schwanenhals-Feinregulage; insgesamt 15 Rubine der 1. Qualität; alle Stahlteile wunderbar spiegelpoliert und ohne Rostansatz

letzte Revision beim Uhrmacher im April 2008

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Durchmesser 52mm; hergestellt um 1910

Preis: 690,00 Euro

verkauft


Audemars war ein bedeutender Schweizer Uhrmacher und Fabrikant. Er wurde bei bei Philippe Meylan (einer der besten Uhrmacher seiner Zeit) ausgebildet und übernahm dessen Manufaktur in Le Brassus. Audemars fertigte zunächst Rohwerke und komplizierte Mechanismen, später dann fertige, überwiegend komplizierte Uhren von hervorragender Qualität. Mit seinem Tod erlosch die Manufaktur, wurde aber 15 Jahre später von seinen 8!! Söhnen gemeinsam wieder eröffnet, diesmal in Genf. Aus deren Händen stammt auch unsere Uhr.


schwere "Baume frères" TU für den engl. Markt mit frühem Langanker

sehr dickes, einwandfrei erhaltenes Gehäuse aus einer Legierung mit hohem Silberanteil; im hinteren Deckel gemarkt mit "B & C" und 3 Sternen (war das 1880 eingetragene Warenzeichen der schweizer Firma Baume frères, die Niederlassungen in Les Bois, Genf u. in London hatte); perfekt erhaltenes Emaille-Ziffernblatt mit vertiefter Sekunde, beschriftet mit "The Cable Watch, Hayward Ashford, Swiss Made" (Hayward war die Verkäufersignatur des engl. Uhrenhändlers, der im Auftrag von Baume frères arbeitete); original stahlgebläute Spatenzeiger; Zeigerverstellung und Aufzug mit Schlüssel

interessantes Zweidrittel-Platinenwerk mit gut erhaltener Vergoldung; darauf aufgesetzte Brücke für das wolfsverzahnte Sperr-Rad; die zwei Vierkante für Zeigerverstellung und Aufzug sind mit "Chapeaus" (Hüte) ummantelt, die exakt in die Löcher des Staubdeckels passen (um das Werk besser vor Staub zu schützen); seitlich angeordneter Anker mit Lager in der Werksebene und verdeckten Rubinpaletten nach Glashütter Art; es ist ein früher Langanker mit großem, runden Ausgleichsgewicht, der in der Lage ist, auch eine große Unruhe anzutreiben; Unruhereif aus Bimetall mit Regulageschrauben aus Rotgold; stahlgebläute Schrauben; insgesamt 15 Rubine

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Durchmesser ca. 55mm; hergestellt um 1885

Preis: 325,00 Euro


Normalerweise sitzt der Anker mitsamt seinen Lagern unter der Unruhe. Der "Langanker" jedoch mit Lager neben der Unruhe ist zwar schwer, erlaubt dadurch aber eine große und schwere Unruhe, was diesen Nachteil mehr als ausgleicht.


>> Menschen, die wie wir an die Physik glauben, wissen, daß die Unterscheidung der Zeit zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur eine besonders hartnäckige Illusion ist. << (Albert Einstein)


schwere, monumentale Taschenuhr mit 8-Tagewerk

hervorragend erhaltenes, gerade frisch poliertes Argentan-Gehäuse; makellos erhaltenes Emaille-Ziffernblatt mit vertieftem Sekundenbereich und Aufschrift "8 DAYS"; kratzerfreies und dickes Mineralglas; original Zeiger; Zeigerverstellung durch Ziehen an der Krone

perfekt erhaltenes Neusilberwerk mit schönem Streifenschliff; insgesamt 15 Rubine; schweizer Ankerhemmung mit offenen Rubinpaletten; aufgeschnittener Kompensations-Unruhereif mit Regulageschrauben aus Gold; Breguet-Spirale mit Endkurve; Unruhewelle unter Decksteinen; die lange Laufdauer wird durch ein sog. Beisatzrad mit über 100 Zähnen erreicht - es wird also schlicht und einfach das Übersetzungsverhältnis verändert

letzte Revision beim Uhrmacher im Mai 2008

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Durchmesser ca. 67mm; hergestellt um 1900

Preis: 385,00 Euro

verkauft


by the way: Eigentlich dachte ich bisher immer, Taschenuhren müßten einigermaßen klein und handlich sein, zum "indietaschestecken" halt. Wenn dem wirklich so ist, so muß dies hier eine Taschenuhr für Riesen sein, und zwar für ziemlich kurzsichtige Riesen, so ca. 10-12 Dioptrien. Spaß beiseite: Es handelt sich bei diesem imposanten Exemplar wohl um eine späte Ausführung einer Karossen- oder Kutschenuhr, vielleicht war es auch eine Dienstuhr.


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