Präambel

Gute französische Taschenuhren sind rar. Die Herstellung von Spindeluhren z.B. wurde ca. 20-30 Jahre früher wie in England beendet (also ist dieser Typus zwangsläufig älter u. somit schwerer zu finden). Im späten 18ten und frühen 19ten Jahrhundert waren die Franzosen meiner Ansicht nach die führende Uhrennation.

Begünstigt wurde die Uhrmacherei in Frankreich durch die technikverrückte Louis-Dynastie. So hatte sich z.B. der Dauphine von LouisXV - der spätere LouisXVI also - eine Uhrmacherwerkstatt im Louvre einrichten lassen. Und - wie es am französischen Hofe seinerzeit üblich war - absolvierte er eine ganz normale Ausbildung. Hätten Sie´s gewußt, der König von Frankreich war gelernter Uhrmacher! Allein schon aus diesem Grund war "Robespierre" spätestens seit dem 21.01.1793 nicht mehr der Freund von chronoguide, denn eine ganze Innung verlor ihren Gönner.

Zu dieser Zeit wurden herrlich flache Uhrwerke hergestellt, was nur durch konsequente Brücken- bzw. Klobenbauweise möglich war. In verschiedenen Ortschaften umweit von "Besancon" und in "Ferney" nahe der schweizer Grenze entstanden große Fabriken, in denen die weltberühmten Rohwerke nach "Lepine-Art" produziert wurden (das Werk in Ferney wurde übrigens vom Philosophen "Voltaire" gegründet). Zusammengebaut u. reguliert u. verkauft wurden sie allerdings in Paris am berühmten Quai d`horloge.

Hervorzuheben sind hier die beiden berühmten Uhrmacher Jean-Antoine Lepine und Abraham-Louis Breguet, sowie viele bekannte Uhrmacher, die den Titel "Horlogers du Roi" verliehen bekamen - und tatsächlich im Louvre kostenlos wohnen und arbeiten durften. Aber auch nach der franz. Revolution, später im Empire und bis zur Mitte des 19ten Jahrhunderts wurden hier die qualitätvollsten Uhren hergestellt.

Kein Zweifel, für chronoguide waren und sind die Franzosen das non plus ultra.


A

phantastisch erhaltene Pariser Spindeluhr mit Viertel-Repetition von "Ferdinand Berthoud" (1729-1807)

schweres, top erhaltenes Silbergehäuse mit geriffeltem Rand; es gibt keine erwähnenswerten Macken; feuervergoldeter, signierter Staubdeckel mit Sprungfeder; sehr gut erhaltenes, signiertes Emaille-Ziffernblatt unter hochgewölbtem Mineralglas; stahlgebläute Breguet-Zeiger; Aufzug und Zeigerverstellung vom Ziffernblatt her; Auslösung des Schlagwerkes durch Drücken an der Krone

ebenfalls sehr fein erhaltenes Werk mit Feuervergoldung; Spindelhemmung; Antrieb natürlich mit Kette und Schnecke; silberne Regulierscheibe; wolfsverzahnte Sperr-Räder; regulierbare Schlaggeschwindigkeit über Vierkant; schön verzierte Spindelbrücke; Stunden- und Vietelstundenschlag mit 2 Hämmern auf zwei Tonfedern

letzte Revision beim Uhrmacher im November 2010 - diese Spindeluhr ist immer noch alltagstauglich und hat erstaunlich genaue Gangwerte (maximal plus/minus 5 Minuten innerhalb von 24 Stunden)

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Durchmesser ca. 56mm; hergestellt um 1790

Preis: 1990,00 Euro

verkauft


>> Eine stillstehende Uhr hat doch täglich zweimal richtig gezeigt und darf nach Jahren auf eine lange Reihe von Erfolgen zurückblicken. << (Marie v. Ebner-Eschenbach)


A

frühe Taschenuhr mit springender Sekunde "A. Frankfield, New York"

im schweren, wunderbar erhaltenem 18 Karat Goldgehäuse mit Münzrand; griffige Guillochierung mit fein geschnittenen Goldschmiedearbeiten an beiden Deckeln; freies Monogrammfeld; Gehäusedeckel ist innen gepunzt mit "A. Frankfield & Co., New York"; einwandfrei erhaltenes frühes Emaille-Ziffernblatt (ist mit 2 Schrauben von oben an der vorderen Platine befestigt); sehr schöne original Stahlzeiger mit "springender Sekunde" aus der Mitte; Sekunde abstellbar über Schieber am Gehäuserand bei der vier

ein für damalige Verhältnisse (und heute erst recht) hochfeines Werk mit interessanten Details; allein schon die durchdachte und edel aussehende Symmetrie des Werkaufbaus macht Appetit auf "mehr" (langer Kloben u. a. für das Minutenrad in der Mitte, zwei kleine Kloben links und rechts davon, links das Federhaus für das separate Sekundenwerk und als Pendant dazu der Unruhereif, ganz unten das große Federhaus für das Gehwerk); beide Federhäuser in sogenannter aufgehängter, fliegender Konstruktion; Zylinderhemmung; Unruhewelle mit früher Parachute-Stoßsicherung (die erst in den 40er Jahren des 20ten Jahrhunderts langsam zum Standard bei den Armbanduhren wurde!! - parachute ist französisch und bedeutet "Fallschirm"); frühe, sichelförmige Temperaturkompensations-Feder am stahlgebläuten Rückerzeiger (wirkt unmittelbar auf die Spirale); 8 Rubine, Unruhewelle unter Decksteinen; stahlgebläute Schrauben; feuervergoldetes Werk

Revision beim Uhrmacher im Januar 2005, Uhr läuft super

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Durchmesser ca. 57mm, hergestellt um 1840

Preis: 2450,00 Euro


Zur Geschichte läßt sich folgendes erahnen: Die Firma "A. Frankfeld aus Genf" (erwähnt in "Kathleen Pritchard", Swiss Timepiece Makers) hatte wahrscheinlich eine Niederlassung in New York und nannte sich dort nicht Frankfeld, sondern "Frankfield", ist für amerikanische Zungen besser auszusprechen und außerdem noch stimmig. Es gab seinerzeit auch eine deutsche Firma namens "Adolph Frankfield", die in New York Gold-, Silberwaren und Uhren verkaufte.

Und trotzdem, das Werk sieht sehr französisch aus und riecht verdächtig nach Paris.


A

neuwertige Spindel-TU mit Viertelrepetition auf Glocke und à toc und Zeigerdatum

eine wirklich perfekt erhaltene Spindeltaschenuhr im Silbergehäuse aus der Zeit der französischen Revolution; typisches Consular-Gehäuse in feinster Erhaltung, dellen- und kratzerfrei, mit französischem Silberstempel; der Deckel schließt mit einem satten "klack"; Scharniere perfekt; im hinteren Deckel ist die spiegelpolierte Glocke für das Schlagwerk eingeschalt; Auslösung der Viertel-Repetition durch Herunterdrücken des Pendants; aufgeschraubtes, makelloses Emaille-Ziffernblatt, selbst am Aufzugsloch ist kein Emaille abgeplatzt; gegossene, feinst verzierte Zeiger aus Gelbgold; extrem hochgewölbtes, original Mineralglas mit schönem Facettenrand und flachgeschliffener Mitte - und vor allen Dingen völlig kratzerfrei

typisch französisches Spindelwerk der feineren Sorte mit einwandfrei erhaltener Feuervergoldung; schön verzierter Käfig für den Unruhereif; Regulierscheibe kontrastreich aus silber gefertigt; breiter, feuervergoldeter Rand zwischen Ziffernblatt und Platine - darunter befindet sich die Repetitions-Kadratur und der Kalendermechanismus; das Schlagwerk kann auf Wunsch mit einem kleinen Hebel von der Glocke auf den Gehäuserand umgeleitet werden (à toc) - so ist der Schlag kaum noch zu hören, eher zu fühlen - und die anderen Theaterbesucher werden durch den lauten Klang des Schlagwerkes nicht geweckt - und der stolze Besitzer der Uhr weiß trotzdem, wann der ganze Zauber endlich vorbei ist

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Durchmesser ca. 56mm, hergestellt um 1790

Preis: 3750,00 Euro

verkauft


Eine einmalig gut erhaltene Spindel-Taschenuhr, auch aufgrund der Komplikationen sehr sammelwürdig und wertsteigernd, und in allen Komponenten original. Durchaus möglich, daß diese Uhr nie benutzt wurde und die letzten 200 Jahre im Geheimfach irgendeines Empire-Schreibtisches überlebt hat.

Die letzte Revision beim Uhrmacher war im Oktober 2006. Bei der Überholung des Werkes wurde eine bewußt niedrige Federspannung gewählt, damit bei einer durchaus möglichen Alltagsnutzung die empfindliche Hemmungspartie - also Spindel-Lappen und Hemmrad - nicht so stark beansprucht werden. Dem Alter der Uhr wurde somit behutsam Rechnung getragen.


>> Nimm dir Zeit, um zu spielen - es ist das Geheimnis der Jugend << (Irland)


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feine 18 Karat Gold-Taschenuhr mit Viertelrepetition

im sehr schönen Goldgehäuse, trotz des hohen Alters absolut dellenfrei; guillochierter Gehäuserand; vergoldeter Staubdeckel mit schöner Zeigergravur; makelloses, hauchdünnes, mittig feinst guillochiertes Ziffernblatt aus massivem Silber; stahlgebläute Breguet-Zeiger; Auslösung der Viertelrepetition durch Drücken am Pendant; Schlagwerk abstellbar durch Schieber am Außenrand bei der eins; zur Uhr gehört noch das originale und gut erhaltene Lederetui

auch das Werk ist top erhalten und komplett in Kloben-Bauweise hergestellt; einwandfrei auch die Feuervergoldung; 6 Rubine; natürlich Zylinderhemmung; flacher, dreischenkliger Unruhereif; Unruhewelle unter Decksteinen; Schlag mit zwei polierten Hämmern auf zwei Stahlfedern; Einstellung der Schlag-Geschwindigkeit über Vierkant

eine sehr schöne Uhr mit einem immer noch gut laufendem Werk, welches auch heute mit jedem neuen ETA-Werk problemlos mithalten kann - was ist also in 175 Jahren eigentlich passiert?

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Durchmesser ca. 54mm; hergestellt Frankreich oder Westschweiz um 1830/40

Preis: 1990,00 Euro


>> Besser, man gibt seinen Stunden mehr Leben, als seinem Leben mehr Stunden. << (Curd Jürgens)


A

seltene, mächtige Taschenuhr der Fa. "Japy-Frères" aus Beaucourt mit sog. "indirekter Zentralsekunde"

im sehr großem, einwandfrei erhaltenem Argentan-Gehäuse - von Hand frisch aufpoliert; hochglanzpolierter, kratzerfreier Staubdeckel; aufwendiges, makellos erhaltenes Emaille-Ziffernblatt mit seltener, ausgeschriebener Minuterie; großer, stahlgebläuter Sekundenzeiger aus der Mitte - perfekt erhaltene Louis-XV-Zeiger für Stunde und Minute; kratzerfreies Mineralglas; Zeigerverstellung über Drücker am Außenrand bei der eins

Gehäuse und Werk signiert mit den Japy-Punzen, Ziffernblatt signiert mit dem Japy-Warenzeichen "Colombophile"

neuwertig erhaltenes, vergoldetes Werk; Schweizer Ankerhemmung mit offenen Rubinpaletten; insgesamt 7 Rubine; großer, monometallischer Unruhereif mit Regulageschrauben aus Rotgold; Unruhewelle unter Decksteinen; helle Breguet-Spirale mit Endkurve

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Durchmesser 66mm; hergestellt um 1925

Preis: 450,00 Euro

verkauft


Jetzt wird´s kompliziert…
Bei der kleinen Sekundenanzeige (Sekunde bei der Sechs) treibt die Welle des Sekundenrades unmittelbar den Sekundenzeiger an. Das kapiert eigentlich noch jeder. Bei der Zentralsekunde hingegen sitzt der Sekundenzeiger auf der Minutenradachse. Die Umdrehung des Sekundenrades muß also entweder mit einem zweiten Zwischenrad auf der Kleinbodenradwelle auf ein zweites Sekundentrieb in der Mittelachse umgelenkt werden (indirekte Zentralsekunde), oder das Sekundenrad selbst ist in der Mittelachse angeordnet (direkte Zentralsekunde).


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