Präambel

Deutschland war im 16ten Jahrhundert die führende Uhrennation. Danach kamen lange Zeit keine neuen Innovationen aus diesem unserem Lande. Seit dem frühen 20ten/spätem 19ten Jahrhundert sind wir wieder ganz oben auf, natürlich zusammen mit den Eidgenossen.

Zu verdanken ist dies zum großen Teil der Uhrenindustrie aus dem "bergischen Lande", die im 18ten Jrhdt. erfolgreich Wanduhren aus Holz und ab ca. 1900 die ersten günstigen Taschenuhren herstellten. Anders dagegen unsere sächsischen Freunde aus Glashütte - allen voran Ferdinand Adolf Lange - aus dessen Lehrwerkstatt die besten Uhrmacher hervorgingen und sich so um 1850 selbstständig machten.

Glashütter Uhren gehören zu den Besten der Welt - und sind dementsprechend sündhaft teuer.

Leider werden diese Taschenuhren größtenteils nur noch als Spekulationsobjekte mißbraucht, ganz im Sinne von Angebot und Nachfrage, aber schlecht für das "Kulturgut Uhr". Höchste Vorsicht ist geboten, denn der hohe Wert der Uhren verleitet so manchen Händler zu unseriösen Aktionen, um die schnelle Mark zu machen (sekundäres Gehäuse, neues Ziffernblatt etc.). Nur, eine Lange Uhr im original Stahlgehäuse ist nunmal wesentlich mehr wert als das gleiche Werk in einem sekundären Goldgehäuse. Und das kann dem vom Uhrenvirus befallenen Sammler, der oft an oder sogar über die Grenze seiner finanziellen Möglichkeit geht, schnell zum Verhängnis werden.

Also immer schön auf dem Teppich bleiben.


beste Qualität aus Glashütte: Deutsche Präzisions-Uhrenfabrik Glashütte (Sa) e.G.m.b.H.

Uhrenfabrik Ernst Kasiske - Glashütter Präzisions-Uhrenfabrik AG - Deutsche Präzisions-Uhrenfabrik Glashütte e.G.m.b.H.

- so ging ein Glashütter Unternehmen in das andere über. Die "e.G.m.b.H." wurde 1918 auf genossenschaftlicher Basis gegründet. Die Uhrmacher, als Genossen dieser Manufaktur, waren somit an Glashütte gebunden. Es wurde erstmals in Deutschland ein Maschinenpark aufgebaut, der es ermöglichte, diese Uhren in bisher unbekannter, hochwertiger und gleichmäßiger Qualität zu fertigen. Die Inflation in den Nachkriegszeiten, die hohe Verschuldung durch die Neuanschaffung der Maschinen und Gebäude zwang die Firma allerdings schon 1926 zum Konkurs.

Es wurden nur ca. 10.000 Uhren hergestellt - allein schon deshalb hebt sich unsere Uhr wohltuend vom Glashütter-Einheitsbrei ab
(wenn man das überhaupt so locker sagen darf)

das schwere, neuwertig erhaltene 800er Silbergehäuse ist von bestechender Qualität - einmal mit dem Silbertuch drüber und es sieht aus wie gerade erst produziert; Staubdeckel ebenfalls frei von irgendwelchen Kratzern durch grobmotorisches Öffnen; die auffällig breite Lünette der Gehäuseform "Lucia" umrahmt ein makelloses, dreiteiliges Emaille-Ziffernblatt; die Bläuung der drei originalen Stahlzeiger ist ebenfalls perfekt; hochgewölbtes, kratzerfreies original Mineralglas; außergewöhnlich seidenweiche Zeigerverstellung über Drücker am Außenrand bei der elf - auch das unterstreicht immer wieder die außergewöhnliche Qualität und natürlich das haptische Erlebnis für den stolzen Besitzer

Ziffernblatt, Gehäuse und Werk signiert bzw. gepunzt; Gehäuse und Werk sind nummerngleich

vom Uhrmacher frisch revisioniertes (Sommer 2010), perfekt erhaltenes, körnig vergoldetes Zweidrittel-Platinenwerk mit den bekannten Glashütter Zutaten: Goldanker mit offenen Rubinpaletten und Goldankerrad, typisch geformter Glashütter-Unruhekloben mit Schwanenhals-Feinregulage; insgesamt 16 Steine; Minutenradwelle im großen, erhabenen, 3-fach verschraubten Rotgoldchaton gelagert; Kompensations-Unruhereif mit Regulageschrauben aus Rotgold; Unruhewelle unter Decksteinen; blaue Breguet-Spirale mit Endkurve; alle Stahlteile perfekt erhalten und spiegelpoliert; Aufzugsräder mit typischem Glashütter-Sonnenschliff

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Durchmesser ca. 53mm; hergestellt um 1920

Preis: 1800,00 Euro


große "Nomos"-Goldsavonnette von Guido Müller & Co. aus Glashütte/Dresden

Die "Nomos-Uhr-Gesellschaft" war ein kleiner Glashütter Betrieb, gegründet 1906 von den Dresdner Kaufleuten Guido Müller und Karl Nierbauer. Sie importierten Schweizer Uhren von hervorragender Qualität und versahen sie mit ihrem Namen und dem Signaturzusatz "Glashütte". Die Fa. Lange & Söhne klagte dagegen, und zwar mit Erfolg. Laut Vergleich von 1910 durfte Nomos nur noch die vorhandenen, signierten Uhren verkaufen, hatte aber künftig jeden Hinweis auf Glashütte in Werbung und Signatur zu unterlassen. Nur kurze Zeit später durfte diese Firma auch von Dresden aus nicht mehr ihre Produkte vertreiben, weil sie sich nicht den Wettbewerbsregeln unterwarf. Müller und Nierbauer gaben daraufhin ihren Betrieb auf - die Firma existierte also nur 4-5 Jahre - es sind daher recht wenige dieser schönen Uhren im Handel.

Erwähnenswert ist noch die riesige Werbekampagne von 1909, die Lange & Söhne auf die Palme brachte und dann zum Prozess von 1910 führte: Es erschien u.a. ein 92 Seiten starker Katalog und es wurden viele Uhren verschenkt, um damit ebenfalls Werbung zu betreiben, darunter an Persönlichkeiten wie Gerhart Hauptmann, Fürst Bülow, Richard Strauß, Ludwig Ganghofer, Siegfried Wagner und viele andere. Nomos ließ sich Anerkennungsschreiben dieser berühmten Zeitgenossen geben - kurz und gut, diese Firma griff sämtliche Wettbewerber in Glashütte an und erlitt damit Schiffbruch.

schönes großes Savonnette-Gehäuse aus 14-Karat Gelbgold; Staubdeckel ebenfalls 14 Karat; Strahlenguillochierung an beiden Deckeln; Sprungdeckel mit freiem Monogrammfeld; beide Deckel mit à-goutté-Schlüssen; das ganze Gehäuse macht Eindruck durch die fein getreppten Deckel und vor allem durch den stark geriffelten Gehäuserand; makelloses Emaille-Ziffernblatt mit vertiefter Mitte und vertieftem Sekundenbereich; feine Spaten Zeiger aus Gold; Zeigerverstellung durch Ziehen an der Krone; Pendant und Bügel in feiner Ausführung

Gehäuse, Staubdeckel und Ziffernblatt sind signiert

das Gehäuse hat zwar zarte Gebrauchsspuren, die wir ihm aber verzeihen sollten, denn die Vorzüge überwiegen: alle Deckel schließen plan - alle Scharniere sind stramm und schwergängig - die Sprungdeckelfeder macht noch richtig Druck - und sehen Sie sich mal die feinen Schräubchen an, mit denen der Goldbügel am Pendant befestigt ist

das sehr genau laufende Werk ist als neuwertig zu bezeichnen und besteht aus allerfeinster Schweizer-Qualität; und auf dem neuesten Stand war es auch, denn der Goldschrauben- Unruhereif ist schon monometallisch; Unruhewelle unter Decksteinen; helle Breguet-Spirale mit Endkurve; Schwanenhals-Feinregulage; Schweizer Kolbenzahn-Ankerhemmung mit offenen Rubinpaletten; 17 große Rubine, 4 davon lagern in großen, erhabenen, verschraubten Rotgoldchatons; die Vergoldung ist noch wie neu, die gebläuten Brücken- und Klobenschrauben sind noch unzerkratzt und auch die winzigen Chatonschräubchen haben noch eine perfekte Spiegelpolitur; alle Stahlteile in besonders schöner Ausführung und ohne die geringste Korrosion

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Durchmesser 54mm; hergestellt um 1910

Preis: 1590,00 Euro

verkauft


>> Die Zeit ist Gottes Art, Kredit zu geben. << (Ralph Boller)


feine Silber-Taschenuhr von "Martin Fischer" aus Breslau

Unsere Uhr ist entstanden zur besten Breslauer Zeit, seinerzeit viertgrößte Stadt Deutschlands - direkt nach Berlin, Hamburg und München. Und Breslau war natürlich historisches Zentrum und Hauptstadt Schlesiens. Kaum zu glauben, was die Uhr alles erlebt haben könnte: Blütezeit bei der Herstellung, 35 Jahre später das Massaker der 6. sowjetischen Armee mit 170.000 zivilen Toten oder die endlose Flucht im bitterkalten Winter 1945 Richtung Dresden, wo es auch nicht viel besser war. Ein kleiner Trost für den Zeitgenossen: Diese Uhr in ihrem alten Etui ist wunderbar erhalten und ein ganz besonderer Zeitzeuge.

sehr gut erhaltenes, dellenfreies 800er Silbergehäuse; Lünette und hinterer Deckelrand rotvergoldet; griffige Guillochierung und schönes Wappen auf der Rückseite; vergoldeter Staubdeckel mit gut ausgeführter Eigentümergravur; haarrissfreies, signiertes Emaille-Ziffernblatt mit vertieftem Sekundenbereich; original Mineralglas; feine Louis-XV-Zeiger; Zeigerverstellung durch Ziehen an der Krone; zur Uhr gehört noch das bestens erhaltene alte Etui und 2 schöne sog. Bierzipfel, die seinerzeit an der Uhrenkette getragen wurden

Ziffernblatt und Staubdeckel signiert mit "Martin Fischer, Breslau", das Gehäuse und das Werk hat die Signierung "JC" und die typische 3-Tannenmarke, was es als recht hochwertiges Produkt der Firma "DuBois & Cie." aus LeLocle ausweist

neuwertiges Werk mit körniger Vergoldung; alle Stahlteile perfekt und spiegelpoliert; insgesamt 15 Rubine; Schweizer Ankerhemmung mit offenen Rubinpaletten; schön verzierter Unruhekloben; aufgeschnittener Kompensations-Unruhereif mit Goldschrauben; Unruhewelle unter Decksteinen

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Durchmesser 50mm; hergestellt um 1910

Preis: 395,00 Euro


wunderschöne, vergoldete Sprungdeckeluhr von "Paul Drusenbaum" aus Pforzheim

im feinen Savonnette-Gehäuse mit Sonnenguillochierung; Sprungdeckelfunktion perfekt - stramm sitzender Bügel - keine Dellen - plan sitzende Deckel; schön geriffelter Gehäuserand; spiegelpolierter Staubdeckel; einwandfreies, signiertes Messingziffernblatt mit Schachbrettmuster; vertiefte Sekunde; Zeigerverstellung durch Ziehen an der Krone

perfekt erhaltenes, vergoldetes Werk der besseren Sorte; schön gekröpfte Kloben; monometallischer Unruhereif mit Regulierschrauben aus Gold; Unruhewelle unter Decksteinen; helle Breguetspirale mit Endkurve; schweizer Ankerhemmung mit offenen Rubinpaletten; insgesamt 15 Rubine; perfekt geschliffene Aufzugsräder

letzte Revision beim Uhrmacher im April 2008

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Durchmesser 51mm; hergestellt um 1920

Preis: 245,00 Euro

verkauft


>> Nimm dir Zeit, um nachzudenken - es ist die Quelle der Kraft << (Irland)


wunderschöne "ZentRa" mit Werk der Firma Junghans

einwandfrei erhaltenes Gehäuse aus einer Silber/Nickellegierung; Deckelränder mit guter Vergoldung; fein geriffelter Gehäuserand; hinterer Deckel mit typischem Art-Deko-Muster und freiem Monogrammfeld; spiegelpolierter Staubdeckel; feines, vergoldetes Ziffernblatt mit vertiefter Sekunde, aufgelegten Ziffern und Aufschrift "Zentra"; original Lochzeiger; Zeigerverstellung durch "Ziehen" an der Krone; hochgewölbtes Glas

7-steiniges Werk mit guter Vergoldung; schweizer Ankerhemmung mit Rubinpaletten; Unruhewelle unter Decksteinen; schon monometallischer Unruhereif mit Regulageschrauben aus Rotgold; polierte Stahlteile; Werk ebenfalls punziert mit "Zentra"

Die "ZentRa" war ein Zusammenschluß deutscher Uhrenhersteller, um unter einem gemeinsamen Label die Ware zu vermarkten und auch um gemeinsam zu garantieren. Bei unserer Uhr wurde ein Junghans-Werk verwendet.

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Durchmesser ca. 51mm, hergestellt um 1925

Preis: 220,00 Euro


>> Gewöhnliche Menschen denken nur daran, wie sie ihre Zeit verbringen. Ein intelligenter Mensch versucht sie zu nützen. << (Arthur Schopenhauer)


frühe Silber-Taschenuhr "A. Borné" aus Darmstadt

im 925er Feinsilber-Gehäuse mit den für diese Zeit typisch versetzten Scharnieren; hinterer Deckel mit freiem Monogrammfeld; vergoldeter Staubdeckel; einwandfrei erhaltenes, haarrissfreies Emaille-Ziffernblatt mit vertieftem Sekundenbereich; dickes original Mineralglas mit flachgeschliffener Mitte; wunderschöne original Stahlzeiger; Zeigerverstellung und Aufzug mit Schlüssel werksseitig

Ziffernblatt und Staubdeckel mit Uhrmachersignatur "A. Borné, Darmstadt"

recht frühes, vergoldetes Werk noch mit abgeknickter Federhausbrücke; Aufzugsvierkant und Zeigervierkant zwecks Staubschutz mit Chapeau´s geschützt (passen exakt in die beiden Löcher des Staubdeckels); insgesamt 4 Rubine; Unruhewelle unter Decksteinen; Unruhereif besteht aus einer Gelbgold-Legierung; Zylinderhemmung

letzte Revision beim Uhrmacher im März 2010

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Durchmesser ca. 47mm; hergestellt um 1870

Preis: 295,00 Euro


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