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Handhabung und Pflege: Es braucht nicht besonders betont zu werden, daß Uhren vor 200, 150 oder auch "nur" 100 Jahren noch nicht wasserdicht waren. Woran man meist nicht denkt: Sie waren auch nicht staubdicht! Setzen Sie Ihre Uhr also bitte keinen entsprechenden Situationen aus. Rauchen Sie Ihre Pfeife oder Ihren Zigarillo nie, wenn Ihre Uhr offen vor Ihnen liegt! Denn schon kleinste Aschepartikel können für Schmierung und Räderwerk äußerst unangenehm werden. "Goldene Regeln:" 1. Die Uhr sollte täglich zu ein und derselben Zeit aufgezogen und während der Zeit, wo sie nicht getragen wird (also nachts), je nach Gewohnheit entweder gelegt oder gehängt werden. Aber bitte - nicht einmal so und dann das nächste Mal wieder anders. 2. Die Uhr darf niemals plötzlichen Temperaturschwankungen ausgesetzt werden, sie soll z.B. nicht direkt aus der warmen Tasche auf eine kalte Marmorplatte gelegt oder an die Wand eines kalten, ungeheizten oder feuchten Zimmers gehängt werden! 3. Die Uhr muß vor jedem Eindringen von Flüssigkeit oder Feuchtigkeit ängstlich behütet werden. Es genügen z.B. schon nasse Dämpfe, um den feinen Mechanismus in seinen funktionswichtigsten Teilen erheblich zu beschädigen. 4. Jedes unnötige Öffnen des Deckels, der ja das Werk schützt, sollte unterbleiben. Das Eindringen einer Spur Staub, eines Haares oder Wollfusselchens reicht aus, um den genauen Gang Ihrer Uhr zu stören oder gar das Werk zum Stillstand zu bringen. Zerbrochene oder ausgesplitterte Gläser sind sofort durch Neue zu ersetzen. Die Tasche, in der die Uhr getragen wird, ist von Zeit zu Zeit von dem sich ansammelnden Staub, kleinen Fäserchen usw. sorgfältigst zu reinigen. 5. Selbstverständlich muß die Uhr vor heftigen Erschütterungen - Stoß oder Fall - bewahrt werden, weil dadurch die winzigen feinen Teile, haardünnen Zapfen und Steinlager leicht zerbrechen oder aus ihrer Lage gebracht werden. 6. Hat die Uhr trotzdem mal einen heftigen Stoß oder Fall erlitten und läuft dennoch weiter, dann gebe man genau acht, ob die Uhr - wenn auch nur ganz gering - von ihrem früheren Gang abweicht. Zeigen sich Differenzen, dann muß die Uhr sofort einem bewährten Fachmann zur Reparatur gegeben werden, die gleich zu Anfang ausgeführt in den meisten Fällen viel geringfügiger ist, als wenn sich das Werk mit gesprungenen oder zerbrochenen Teilen erst noch eine zeitlang weiterschleppt, bis der erste kleine Schaden späteres oder größeres Unheil angerichtet hat. 7. Der Laie versuche nie, eine streikende Uhr durch Klopfen, Schütteln oder Hineinstochern mit Nadeln oder anderen unpassenden Werkzeugen wieder in Gang zu setzen. Das nützt nichts und rächt sich bitter. Wer wirklich ökonomisch verfahren will, gebe Sie sofort einem guten Uhrmacher zur Reparatur. 8. Jede Uhr soll, auch wenn sich noch keine Gangabweichung oder Defekte am Werk bemerkbar machen, alle 3 - 4 Jahre einmal neu geölt, gereinigt und durchgesehen werden. Nur bei Erfüllung dieser außerordentlich wichtigen und nötigen Forderung kann die Uhr eine lange Lebensdauer mit unvermindert genauem, dauernd gleichmäßigem Gang haben. Diese Regeln habe ich nicht selbst erfunden oder selbst formuliert, sie stammen aus einem Büchlein von "J.Traugott" über Taschenuhren aus dem Jahre 1911, manche Dinge ändern sich halt nie... Zum Schluß noch ein Hinweis für Besitzer von "Savonnette-Taschenuhren" (mit Sprungdeckel): Bei einer Savonnette müßen Sie jedesmal, wenn Sie die Zeit ablesen wollen, den Sprungdeckel öffnen - also 20, 30 oder 40 mal am Tag. Bitte drücken Sie den Deckel nicht einfach wieder zu! Diese lässige Geste bedeutet, daß zwei Metallteile unter Druck gegeneinander gepresst werden. Selbst, wenn dabei "nur" ein zehntausendstel Millimeter Silber oder Gold abgeschabt wird, bedeutet das auf lange Sicht, daß Sie Probleme mit dem Deckelverschluß bekommen. Seien Sie nett zu Ihrer Uhr: Betätigen Sie den Drücker, schließen Sie den Deckel, und lassen Sie den Drücker erst wieder los, wenn der Deckel fest geschlossen ist. |